Chemisches Peeling

Chemisches Peeling

Ein chemisches Peeling kann einer oberflächig vernarbten, faltigen, unregelmäßig pigmentierten, sonnengeschädigten Haut zu einem verbesserten Aussehen verhelfen. Der Alterungsprozess der Haut selbst kann jedoch ebenso wenig aufgehalten werden wie sehr tiefe Falten durch Peeling nicht vollständig entfernt werden können. Bei sehr tiefen Falten und Furchen kann in der Regel nur mit Hilfe eines Faceliftings, einer Lasertherapie (Laser-Skinresurfacing) oder einer Kombination dieser Verfahren ein ausreichendes Ergebnis erzielt werden.

  • Allgemein
  • Das oberflächliche Peeling
  • Das mitteltiefe Peeling
  • Das tiefe Peeling
  • Hinweis

Alle Peelings im dermatologischen Sinne beinhalten das Aufbringen einer künstlich hergestellten Lösung um bestimmte Hautschichten zu entfernen. Hierdurch kommt es je nach Peeling-Typ zu einer Abtragung von unterschiedlich dicken Hautschichten. Im Anschluss bildet der Körper dann eine neue Hautschicht. Hieraus resultiert ein verbessertes Hautrelief. Im Allgemeinen gilt die Regel, dass je stärker die Peelingsubstanz ist, desto tiefer wirkt das Peeling und desto beeindruckender ist das Endergebnis. Andererseits müssen bei tieferen Peelings mehr Schmerzen und eine längere Zeit für die Hautregeneration und allgemeine Erholung einkalkuliert werden. Ganz wichtig ist auch, das man beachtet, dass die Haut vor und nach dem Peeling nicht zu sehr der Sonne ausgesetzt sein sollte. Eine akut entzündete Haut, zum Beispiel bei Aknepusteln, sollte nicht mit einem Peeling behandelt werden. Letztlich wird jeder Patient vor einer Behandlung individuell begutachtet, um so das geeignete Peeling zu wählen.

Ein oberflächliches Peeling kommt vor allem bei sehr feinen Fältchen, unreine Haut, Grobporigkeit der Haut und diskreten Pigmentstörungen zum Einsatz. Hierzu werden in der Regel Fruchtsäuren in unterschiedlich hohen Prozentstufen verwendet. Besonders häufig werden sog. Glykolsäuren eingesetzt, welche man natürlich in Zuckerrohrsaft oder unreifen Trauben findet, angewendet. Es werden Fruchtsäuren mit steigender Konzentration verwendet und das Peeling wird alle 4 Wochen wiederholt. Man bezeichnet es auch als “Business-Peeling”, da außer einer leichten Rötung mit keinerlei weiteren Nebenwirkungen zu rechnen ist und es für die Umwelt nicht als drastischer Eingriff sichtbar ist. Vor dem Peeling sollte die Haut etwa 4 Wochen mit einem sog. Pre-Peel vorbehandelt werden. Hierdurch wird der Effekt des eigentlichen Peels deutlich verbessert.

Das mitteltiefe Peeling

Das mitteltiefe Peeling kommt vor allem bei oberflächlichen Narben, ausgeprägteren Pigmentstörungen, Falten, starken Hautunreinheiten oder starker Grobporigkeit der Haut zum Einsatz. Für ein mitteltiefes Peeling werden aggressivere Säuren, die so genannten Trichloressigsäuren (TCA) eingesetzt. Je nach gewünschter Eindringtiefe werden verschiedene Konzentrationen der Trichloressigsäure verwendet. Somit besteht die Möglichkeit individuell die richtige Konzentration für den jeweiligen Hauttyp und Befund zu wählen. Beim mitteltiefen Peeling kommt es zusätzlich zum Schäleffekt zu vermehrten Bildung von elastischen Fasern und einer diskreten Umstrukturierung der kollagenen Fasern. Während des Peelings kommt es zu einer Weißverfärbung der Haut, dem sog. Frosting (Abbildung).

Auch dieses Peeling bedarf einer strengen Vorbereitung mit speziellen Pflegeprodukten, kombiniert mit Vitamin A und bei Bedarf auch einer aufhellenden Creme bei verstärkten Pigmentstörungen.

Im Gegensatz zum oberflächlichen Peeling ist man im Anschluß an das Peeling für etwa eine Woche nicht gesellschaftsfähig. Am nächsten Tag fängt die Haut an zu spannen und nach 2 bis 3 Tagen verfärbt sich die Haut dunkel und blättert langsam ab. Die darunter erscheinende Haut ergibt einen rosigen und jungen Teint. In dieser Phase ist ein konsequenter Sonnenschutz absolut notwendig.

Das tiefe Peeling wird mit Phenol durchgeführt. Diese Methode ist in den USA weiter verbreitet als in Europa. Es handelt sich um einen aufwendigen Eingriff, der durchaus unangenehm ist und die Hautschicht bis zur tiefen Schicht der kollagenen Fasern und des Bindegewebes abträgt. Großflächig angewandt führt es zu einer aufgehellten Haut, die aber auch wächsern wirken kann. Make-up ist danach Pflicht, ebenso ein strikter Sonnenschutz. Da die Phenolsäure in größeren Mengen kardiotoxisch wirken kann, also den Herzmuskel angreifen kann, ist es empfehlenswert, diesen Eingriff unter stationären Bedingungen mit entsprechender Überwachung durchzuführen.

Diese Methode birgt ein hohes Infektrisiko, da die geschälte Haut “offen” bleibt und der Heilungsprozeß bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen kann. Falsch angewandt kann es leicht zu überschießender Narbenbildung oder Pigmentstörungen führen.

Ein Peeling kann zwar Ihr Erscheinungsbild verändern und Ihr Selbstvertrauen erhöhen, aber sie wird kein perfektes Idealbild produzieren. Bevor Sie sich für das Peeling entscheiden, sollten Sie sorgfältig Ihre Erwartungen überdenken und mit uns darüber sprechen.
Eine hundert prozentige Garantie auf ein bestimmtes Ergebnis gibt es nicht.

Natürlich können und sollen diese Informationen kein fachärztliches Aufklärungsgespräch ersetzen. Bevor man sich zu einem operativen Eingriff entschließt, sollte immer ein individuelles, informatives und sachliches Gespräch mit dem jeweiligen Operateur erfolgen.