Haartransplantationen

Haartransplantationen sind Umverteilungen autologer, behaarter Vollhaut in ein unbehaartes Empfängerareal. Den Haarzellen bleibt die Fähigkeit der Haarbildung auch nach der Transplantation erhalten, die verpflanzten Haare wachsen also lebenslang völlig normal weiter.

Da unsere Haare natürlicherweise in Gruppen von etwa 1-3 Haare wachsen, wird die entnommene Vollhaut in diese sog. follikulären Einheiten zerteilt, um ein naturgetreues Aussehen zu schaffen.

Cross sections of different hair textures and colors, eps8
  • Fehlernährung/ Mangelernährung z.B. Proteinmangel, Vitaminmangel (B, C und A), Eisenmangel, Zinkmangel…
  • Medikamentenwirkung z.B. Zytostatika, Antikoagulantien, Retinoide, ß-Blocker, usw.
  • krankheitsbedingter Haarausfall z.B. chronische Niereninsuffizienz, Diabetes, Leberfunktionsstörungen…
  • Infektionskrankheiten AIDS, Syphilis, Tuberkulose, Pilzinfektionen der Kopfhaut….
  • hohes Fieber
  • Stress
  • Tumoren Basaliom, Lymphom der Haut, Hautmetastasen (Alopecia neoplastica), spinozelluläres Karzinom…
  • Vergiftungen Arsen, Quecksilbe, Thallium…
  • mechanische EInwirkung Druck oder Zug
  • genetisch bedingter Haarausfall vernarbende Typen der Epidermolysis bullosa hereditaria Aplasia cutis congenita X-chromosomal-rezessive Ichthyosis Dyskeratosis follicularis
  • physikalische oder chemische Noxen Verbrennungen, Strahlung, Verätzungen (Laugen und Säuren)…
  • Dermatosen Lupus erythematodes, Lichen ruber planus, zirkumskripte Sklerodermie, Dermatomyositis, Amyloidose….
  • Alopecia androgenetica
  • Alopecia areata
  • Stoffwechselstörungen Malnutrition, Endokrine Störungen (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Störungen der Nebennierenrinde
  • hereditäre Syndrome Alopecia congenita, Hypotrichosis congenita hereditaria generalisata, Anhidrotisch ektodermale Displasie …
  • Traumen Trichotillomanie, Alopecia marginalis usw.
  • narbige Alopezie
  • atrophisierende Entzündungen der Kopfhaut
  • Verletzungen
  • Verbrennungen
  • Dauerzug
  • Strahlenschäden
  • androgenische Alopezie des Mannes (Norwood I-VII)
  • Frau mit androgenetischer Alopezie vom männlichen Typ
  • angeborene Alopezie bestimmter Stellen
  • ausgebrannte Alopelzia areata
  • Ersatz von Bartbehaarung (z.B. Hasenschartenkorrektur)
  • Augenbrauenkonstruktion
  • Wimpernkonstruktion
  • Auffüllung eines hochgerückten Haaransatzes nach Facelifting
  • symptomatischer Haarausfall als Ausdruck einer gesundheitlichen Störung z.B. nach einer fieberhaften Infektionskrankheit, nach inneren Erkrankungen oder als Arzneimittelnebenwirkung
  • Alopelzia areata (“kreisrunder Haarausfall”) aufgrund des unbeständigen, zu Spontanheilungen neigenden Verlaufes
  • unrealistische Erwartungen des Patienten z.B. bei bestehender großflächiger Glatze und einem verbliebenen kleinen Haarkranz ist es unmöglich, die Haardichte eines Jugendlichen zurückzuerlangen
  • Störung der Blutungs- und Gerinnungszeit
  • Hypertonie
  • Diabetes mellitus
  • Neigung zur Keloidbildung
  • Erkrankungen, die eine Wundheilungsstörung erwarten lassen
  • Klärung der Ätiologie des Haarausfalls bei symptomatischen Haarausfall wird zunächst die ursächliche Krankheit behandelt- s.o.
  • Berechnung der optimalen Haardichte mittels der Trichodensitometrie nach Neidel Messung der Follikelgruppen pro cm2
  • am Abend vor der Behandlung und am Morgen des OP-Termines wäre es vorteilhaft Ihr Haar mit antiseptischem Shampoo zu waschen
  • Absetzen blutgerinnungshemmender Medikamente mindestens 1 Woche vor der OP

Zunächst wird Ihr zukünftiger Haaransatz festgelegt und die entsprechende Stelle markiert. Damit ein natürliches Aussehen entsteht, wird dabei Ihre Gesichts- und Kopfform, sowie Ihre Haarbeschaffenheit berücksichtigt. Zu beachten ist aber immer, dass der Haaransatz nicht zu tief im Gesicht angesetzt wird. Der Abstand von der Nasenwurzel sollte in etwa 8-10 cm betragen. Auch die spätere Entnahmestelle muss bestimmt werden. Meist wird die Haarkranzregion ca. 5-6 cm oberhalb des Haaransatzes im Nacken gewählt. Die Entnahmestelle wird dann auf ca. 1-2 mm rasiert. Die Haare im Umkreis werden mit Pflasterstreifen fixiert, damit sie bei der Hautlappenentnahme nicht stören. Im Anschluss werden sowohl Spender- als auch Empfängerbereich massiv mit einem Tumeszenslokalanästhetikum infiltriert. Das erleichtert dem behandelnden Arzt sowohl die Ablösung der Haarwurzel, als auch die Einführung der Infiltrate.

Hautlappenentnahme
Aus der rasierten Stelle wird ein elliptisch geformter Hautlappen zwischen 5-20 cm Länge und 0,5-2 cm Breite (je nachdem wie groß das haarlose Areal ist) herausgetrennt. Die Inzision erfolgt entlang der Wachstumsrichtung der Haare, um die Haarwurzeln zu schonen. Ist der Lappen entfernt, werden eventuelle Blutungen gestillt und die Entnahmestelle wird unter möglichst geringer Spannung vernäht.

Präparation des Hautlappens
Die entnommenen Haare werden unter einem hochauflösenden Mikroskop in die zuvor erwähnten follikulären Einheiten von 1-3 Haaren pro Transplantat zerschnitten. Dabei bleiben die Haarwurzeln, die Hautanhangsgebilde, sowie eine schmale Schicht subkutanes Fettgewebe erhalten. Die präparierten Transplantate werden bis zur eigentlichen Transplantation in einer gekühlten Nährlösung aufbewahrt, da die gesamte Präparation bis zu einer Stunde dauern kann.

Inzisionen
Die Einpflanzkanäle können entweder mit einem Skalpell, einem motorgetriebenen Rundmesser oder einem Laser (z.B. CO2- oder Erbium-YAG-Laser) angelegt werden. Die Inzisionstiefe beträgt lediglich 3-4 mm.

Einsatz der Grafts
Die präparierten Transplantate werden, unter Berücksichtigung der zukünftigen Haarwuchsrichtung, mithilfe einer Mikropinzette in die Kanäle eingesetzt. Die kleineren Transplantate ( 3 Haare) werden im Bereich des Haaransatzes (und der hinteren Haargrenze), die etwas größeren im restlichen Bereich implantiert. Die implantierten Haare müssen nicht speziell fixiert werden, da sich nach etwa 20 Minuten körpereigenes Fibrinogen in Fibrin umgewandelt, welches das Transplantat in Position hält. Zuletzt wird das Behandlungsareal gesäubert und getrocknet.

  • ein Schutzverband ist dank Krustenbildung nicht notwendig. Ausnahme: starke Blutungen
  • steriler Schutzverband für eine Nacht, kein Druckverband!
  • nach 3 Tagen können Sie Ihre Haare wieder mit milden Shampoo waschen
  • ca. 3 Wochen sollten keine Haarzusatzstoffe wie z.B. Haargel oder Haarspray verwendet werden
  • nach ca. 14 Tagen können die Fäden entfernt werden
  • nach ca. 14 Tagen können Sie wieder Sport ausüben
  • nach ca. 3 Monaten ist die Abheilung abgeschlossen
  • ca. 4 Wochen direkte Sonnebestrahlung bzw. Solarium meiden
  • ca. 4 Wochen auf Saunabesuche verzichten

Natürlich ist das Ergebnis abhängig von Ihrer Ausgangssituation und Haarbeschaffenheit.
Die Haardichte beträgt nach einmaliger Behandlung meist aber 40-80 % des Spendergebietes. Falls erwünscht kann nach ca. 3 Monaten (besser nach 6-12 Monaten) eine Verdichtungsbehandlung durchgeführt werden.

  • Ödeme
  • Blutergüsse
  • Krustenbildung
  • Zysten
  • Taubheitsgefühl
  • Infektionen
  • Wundheilungsstörungen, die dazu führen, dass die Haare nicht anwachsen und wieder ausfallen
  • Nervenschädigungen
  • unterschiedliches Aussehen der Haare
  • abrupter Übergang von behaarter zu unbehaarter Kopfhaut
  • unnatürliche Haarwuchsrichtung
  • zu geringe Haardichte
  • geringer Wundschmerz
  • Narbenbildung
  • Keloidbildung
  • Nekrosen
  • nach ca. 3 Wochen temporärer Haarausfall
  • die Haare wachsen aber nach 3-4 Monaten wieder nach und produzieren kontinuierlich neue Haare
  • erneuter dauerhafter Haarausfall

Eine Haartransplantation kann zwar Ihr Erscheinungsbild verändern und Ihr Selbstvertrauen erhöhen, aber sie wird kein perfektes Idealbild produzieren. Bevor Sie sich für die Haartransplantation entscheiden, sollten Sie sorgfältig Ihre Erwartungen überdenken und mit uns darüber sprechen. Eine hundert prozentige Garantie auf ein bestimmtes Ergebnis gibt es nicht.

Wenn Sie eine Haartransplantation in Erwägung ziehen, wird Ihnen dieses Informationsblatt bereits Grundinformationen über die Behandlungsmethode geben.

Natürlich können und sollen diese Informationen kein fachärztliches Aufklärungsgespräch ersetzen. Bevor man sich zu einem operativen Eingriff entschließt, sollte immer ein individuelles, informatives und sachliches Gespräch mit dem jeweiligen Operateur erfolgen.