Der Cynergy-Laser ist ein Farbstofflaser (Wellenlänge 595nm) in Kombination mit einem 1064nm Nd:YAG-Laser. Beide Laser kommen bei der Therapie von vaskulären Läsionen zum Einsatz, zeigen aber aufgrund unterschiedlicher Absorptionscharakteristika der Wellenlängen ein unterschiedliches Einsatzspektrum bei der Therapie der Gefäßveränderungen in verschiedenen Gewebetiefen. Diese Laser können unabhängig voneinander, aber auch durch die sogenannte Multiplex Technologie in Kombination angewendet werden. Bei der kombinierten Anwendung erfolgt eine sequentielle Abgabe der Impulse der Wellenlängen 595 nm und 1064 nm über eine Faser. Der Farbstofflaser ist Goldstandard für die Behandlung von Feuermalen, kleinen roten Gefäßen und etwa der Rosazea. Die Wirkung des Lasers beruht auf der gezielten Erhitzung und Zerstörung einer Zielstruktur durch Licht (sog. selektive Photothermolyse). Der Farbstofflaser sendet sichtbares gelbes Licht aus. Der Zielfarbstoff für den Farbstofflaser ist der sauerstoffreiche rote Blutfarbstoff (sog. Oxy-Hämoglobin). Dabei wird das Laserlicht gezielt von diesem aufgenommen und in Wärme-Energie umgewandelt. Hierbei wird die Zielstruktur - das erweiterte Gefäß- durch die Hitze geschädigt, was eine Verletzung der Gefäßwand und einen Gefäßverschluss mit späteren Gefäßumbau zur Folge hat. Durch diesen Mechanismus kommt es auch wenige Sekunden bis Minuten nach der Behandlung zu der typischen blau-schwarzen Verfärbung der Haut im Bereich der Laserung (sog. purpurische Makulae), welche 1-2 Wochen anhalten.
Der Nd:YAG Laser ist ein effektiver Laser bei der Behandlung größerer Teleangiektasien, Hämangiome, venöse Malformationen und größerer Besenreiser. Die Wirkung dieses Lasers beruht ebenfalls auf dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Der Nd:YAG-Laserstrahl sendet kurze hochenergetische Impulse ab, welche ohne wesentlichen Energieverlust die Gewebsoberfläche und bis zu 1 cm tief ins Gewebe eindringen und dort von der Zielstruktur - den pigmenttragenden Zellen- absorbiert werden. Die hochenergetischen Impulse werden in der Tiefe deutlich abgeschwächt und führen dort zu einer Koagulation der Zielstruktur. An der Oberfläche wiederum kann es durch Anreicherung von Gas im Gewebe durch die hochenergetische Strahlung nach der Laserung zu einer weißlichen Verfärbung der therapierten Areale kommen. Der Impuls des Farbstofflasers wird - wie oben beschrieben- deutlich besser vom roten Blutfarbstoff absorbiert als der des 1064nm Nd:YAG-Lasers. Durch die Absorption der Strahlung des Farbstofflasers (bei vergleichsweise geringen Energien) kommt es u.a. zu einer Umwandlung von Oxyhämoglobin in Methämoglobin und zur Ausbildung von Mikrothromben in den zu therapierenden Gefäßen. Sowohl Methämoglobin als auch Thromben weisen einen 3-5fach höheren Absorptionskoeffizienten für den Nd:YAG-Laser auf, sodass geringere Energien als im Einzel-Wellenlängen-Modus erforderlich sind, um eine Koagulation der zu therapierenden, größeren Gefäße zu erzielen.
Die Anwendung der Laser im Multiplex-Modus zur Therapie mittelgroßer und großer Gefäße ist daher zum einen durch die reduzierte Energiedichte nebenwirkungsärmer, sicherer und schmerzärmer sowie zum anderen durch die erhöhte Eindringtiefe effektiver und schneller als die Anwendung der Laser im Einzel-Wellenmodus.
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