8 Millionen Menschen in Deutschland tragen Tatoos

Studie der Gesellschaft für Konsumforschung in Bochum vorgestellt

8 Millionen Menschen in Deutschland tragen Tattoos. Sie kommen aus allen Bevölkerungs-, Alters- und Einkommensschichten. Frauen und Männer sind etwa gleich verteilt. Etwa zehn Prozent von ihnen bereuen ihr Tattoo und denken darüber nach, es wieder entfernen zu lassen. Dies sind die Basis-Erkenntnisse einer repräsentativen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die am Mittwoch (21. Mai) im St. Josef Hospital vorgestellt wurde. Befragt wurden 2000 Menschen ab 16 Jahren. Die Daten der Erhebung hat der Bochumer Medizinstatistiker und Epidemiologe Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch von der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität ausgewertet.

Dr. Klaus Hoffmann setzt sich für hohe Hygiene Standards ein

Beteiligt an der Studie ist Dr. Klaus Hoffmann, Leitender Oberarzt der Dermatologischen Klinik am Universitätsklinikum St. Josef Hospital (Bochum) und Spezialist für Ästhetische Operative Medizin. Er sieht die häufig gehörte Aussage widerlegt, dass Tätowierte überwiegend aus bildungsfernen und einkommensschwachen Kreisen stammten.

Wichtig ist den seriösen Tattoo-Studios und Ästhetik-Medizinern, dass hohe Hygiene-Standards und Berufszulassungsregeln anerkannt und durchgesetzt werden. Dies gilt besonders für die Klassifizierung bzw. Zulassung der Farben und die komplexe Gerätetechnik beim Auftragen und Entfernen der Tattoos.

Hoffmann: „In der Medizin gibt es beim Thema Tattoo und Piercing eine Lücke.“ Mit seiner Praxis im Universitätsklinikum St. Josef Hospital in Bochum trägt er an vorderer Stelle dazu bei, diese Lücke zu schließen. Pro Tag werden mehr als zehn Patienten behandelt, die ihr Tattoo entfernen lassen. Die Warteliste ist mehrere Monate lang.

Interessant am Rande: Die nachträgliche Reue ist vermehrt bei jenen zu spüren, die nur ein Tattoo tragen und dies womöglich sehr dezent. Menschen mit größeren tätowierten Flächen stehen dagegen meist uneingeschränkt zu dieser Leidenschaft .

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